Prostata

Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms

Die herkömmlichen Behandlungsoptionen bestehen in der chirurgischen Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) und ggf. der Lymphknoten (radikale Lymphadenektomie), der externen fraktionierten Strahlentherapie, der Brachytherapie (Seeds), der Hormonentzugstherapie oder einer abwartenden Haltung (active surveillance), abhängig vom klinischen Stadium, der Symptomatik und des Alters der Patienten.

Als Alternative zu diesen Methoden kann auch die Cyberknife Therapie in ausgewählten Fällen angeboten werden. In München können Patienten mit einem Gleason Score von 6 oder 7, einem PSA Wert bis 15 ng/ml und einem Alter ab 60 Jahren behandelt werden (Hypostat). Mit dem äußerst präzisen und hochmodernen System wird das Behandlungsspektrum des Prostatakarzinoms um eine schonende Methode erweitert.

Die Cyberknife-Radiochirurgie ist eine sehr sichere Methode, bei der eine hohe Dosis den Tumor äußerst präzise erreicht. Der starke Dosisabfall um den Tumor schont sie umliegendes Gewebe wie Blase, Rektum und Nerven bestmöglich. Die Prostata bleibt bei dieser Therapie erhalten.

Die Cyberknife-Langzeitdaten sind gestiegen. Es liegen weltweite wissenschaftliche Daten von tausenden Prostatakarzinom-Patienten mit Nachbeobachtungszeiten von bis zu zehn Jahren vor.

Weltweit sind bislang 15.000 Prostatapatienten mit dem Cyberknife-System behandelt worden (Quelle Accuray 2015).

Für die sichere und präzise Therapie ist im Vorfeld die Einlage von kleinen Goldmarkern in die Prostata erforderlich. Diese dienen dazu, dass die genaue Position der Prostata durch das Cyberknife-System erkannt wird und die abgegebene Strahlung möglichst nur die Prostata erreicht.

Dazu ist ein kleiner Eingriff notwendig, der ambulant im Rahmen der Therapieplanung kurz vor der eigentlichen Radiochirurgie in örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Dieser Eingriff ist mit der Probenentnahme aus der Prostata vergleichbar und ist komplikationsarm. In seltenen Fällen kann es zu einer Blutung oder Infektion kommen. Daher wird zur Prophylaxe eine Kurzzeit-Antibiotikatherapie durchgeführt.

Durch eine radiochirurgische Behandlung kann es trotz sorgfältiger Planung und Durchführung zu Nebenwirkungen kommen. Die meisten Beschwerden bilden sich in der Regel nach einigen Tagen (oder Wochen) zurück. Bei einem kleinen Teil der Patienten (weniger als 5 Prozent) bleiben die Beschwerden auch länger bestehen. Als Spätfolgen können gelegentlich unten aufgeführte Veränderungen an Darm und Harnblase fortbestehen. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden behandeln und bilden sich dadurch zurück oder verbessern sich deutlich. 

Nach der Behandlung kann es zu vermehrtem Stuhl- und Harndrang kommen. Auch kann das Wasserlassen mit Beschwerden (häufiges Wasserlassen, Brennen, schwacher Harnstrahl) einhergehen.

Es können selten Blähungen (meist ernährungsabhängig), und sehr selten Durchfälle auftreten. Selten kommt es nach der Therapie zu Schleim- und Blutabgängen beim Stuhlgang, unwillkürlichem Urinverlust und blutigem Urin.

Die wesentlichste Spätnebenwirkung ist bei ansonsten gesunden Patienten das seltene Ereignis einer Einengung der Harnröhre (ca. 2-3 Prozent), die aber in der Regel durch Bougierungen (Aufweitung) erfolgreich behandelt werden kann.

Höchst selten sind ernstere Nebenwirkungen wie Fistelbildungen zwischen Darm und Blase auf der Basis von chronischen Geschwüren in der Schleimhaut des Enddarms oder der Blase. Verklebungen und Verengungen von Darmschlingen treten fast nie auf.

Sollte bei Ihnen vor der Therapie eine normale Erektionsfähigkeit bestehen, so besteht ein Risiko von ca. 20 Prozent, dass sich diese im Laufe von 12-18 Monaten verschlechtert. Bei diesen Erektionsstörungen können bestimmte Medikamente wieder eine weitgehend normale sexuelle Aktivität ermöglichen.

Die Standardtherapien bei Ihrer Erkrankung sind die operative Entfernung der Prostata und der Samenblasen, die Radiojod-Seedtherapie oder eine Standard-Radiotherapie von ca. 8 Wochen Dauer. Eine aktive Überwachung (Active Surveillance) ohne Behandlung ist keine Therapie, kann aber erwogen werden.

Aufgrund von Erfahrungen aus den letzten Jahren besteht der wissenschaftlich begründete Eindruck, dass durch eine robotergeführte Radiochirurgie eine ebenfalls effektive Therapie wie mit den bisherigen Standardverfahren möglich ist, allerdings erscheinen nach den bisher vorliegenden Daten die Nebenwirkungen deutlich geringer bei besserem Patientenkomfort. Nach heutigem Wissensstand der Medizin kann aber noch nicht abschließend gesagt werden, welche Therapie für den einzelnen Patienten die beste ist.

Es ist zu erwarten, dass sich die Effekte der Cyberknife Radiochirurgie nach einigen Wochen einstellen werden. Um sicherzustellen, dass eine sichere Therapie erfolgt ist, sollten die erste PSA Kontrolle nach 6 Wochen und dann in vierteljährlichen Abständen durchgeführt werden.  

Eine korrekte Interpretation des Wertes kann nur von Ihrem Urologen und/oder Radiochirurgen erfolgen. Zusätzlich zu den üblichen Nachsorgeuntersuchungen, wie Prostatauntersuchung durch Ihren Urologen (mit dem Finger und/oder dem Ultraschall), sind evtl. auch PET-CT Kontrollen oder CT/ MRT-Untersuchungen des Beckens möglich. 

Prof. Dr. med. Alexander Muacevic
Radiochirurg - Neurochirurg

Dr. med. Alfred Haidenberger
Facharzt für Radioonkologie

Dr. med. Markus Kufeld
Radiochirurg - Neurochirurg

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